
Ihr persönlicher Ausrüster! 32 | Brandbekämpfung Atemschutzsünden, die man nicht begehen sollte! Atemschutzsünden Schlauch eingeklemmt Problem: Der trockene und leere Schlauch wird beim Vorgehen durch einen nicht verrauchten Bereich unter einer Tür eingeklemmt.
Beim Kommando „Wasser marsch“ kann das Wasser nicht bis zum Strahlrohr, sondern nur bis zum Engpass an der Tür fließen.
Der Schlauch verklemmt und kann nicht mehr gezogen werden.
Lösungsmöglichkeit: Beim Verlegen der Schlauchleitung, egal ob mit oder ohne Schlauch- tragekorb, ist darauf zu achten, dass der Schlauch nicht unter Türen eingeklemmt wird.
Um Türen offen zu halten, bieten sich mitgeführte Holzkeile an.
Beim Einsatz von Holzkeilen darf jedoch die mögliche Ausbreitung von Brandrauch nicht außer Acht gelassen werden.
Unterschiedliche Atemschutzgeräte im Trupp Problem: Bei Feuerwehren sind Atemschutzgeräte mit verschiedenem Flaschendruck im Einsatz.
200-bar-Technik und 300-bar-Technik sind oft parallel vorhanden.
Werden in einem Trupp verschiedene Atemschutzgeräte eingesetzt, kommt es bei Druckabfragen während des Einsatzes oft zu Interpretationsproblemen.
Die Druckangabe 150 bar bedeutet beim 200-bar-Gerät ein Viertel der Luft ist verbraucht, beim 300-bar-Gerät hingegen ist bereits die Hälfte des Atemluftvorrates verbraucht.
Lösungsmöglichkeit: Während der Einsatzplanung und beim Betrieb von Atemschutzsammelstellen ist darauf zu achten, dass Trupps nur mit gleichen Atemschutzgeräten in den Einsatz gehen.
Kein Wasser am Strahlrohr Problem: Um ein schnelles Vornehmen der Schlauchleitung in Gebäuden zu ermöglichen, wird die Leitung sehr oft in leerem Zustand verlegt.
In vielen Fällen wird das Kommando „Wasser marsch“ nicht rechtzeitig gegeben.
Bei Betreten eines verrauchten Bereiches oder eines Brandraumes können sich ohne Wasser am einsatzbereiten Strahlrohr gefährliche Situationen ergeben.
Lösungsmöglichkeit: Beim Verlegen eines leeren Schlauches im Innenan- griff ist darauf zu achten, dass rechtzeitig das Kommando „Wasser marsch“ übermittelt wird.
Als „rechtzeitig“ ist der Zeitpunkt vor dem Betreten des verrauchten Bereiches oder des Brandraumes anzusehen.
Erst mit Wasser am Strahlrohr können die potentiell gefährlichen Bereiche betreten werden.
Strahlrohr liegen gelassen Problem: Das Strahlrohr wird bei der Raumabsuche bzw.
auf der Suche nach dem Weg zum Einsatzziel am Boden abgelegt und liegen gelassen.
Sollte im weiteren Einsatzverlauf eine Brandbe- kämpfung oder Rauchgaskühlung notwendig werden, ist dies ohne mitgeführtes Strahlrohr nicht oder nur mit erheblicher Verzögerung möglich.
Lösungsmöglichkeit: Das Strahlrohr sollte beim Innenangriff unter Atemschutz keinesfalls liegen gelassen werden.
Eine Brandbekämpfung oder Rauchgaskühlung ist nur mit einsatzbereitem Strahlrohr möglich.
Aussteigen aus dem Fahrzeug Problem: Besonders in der Stresssituation bei Brandeinsätzen kommt es dazu, dass Atemschutzgeräteträger mit angelegtem Atemschutzgerät vorwärts aus dem Feuerwehrfahrzeug aussteigen.
Durch die eingeschränkte Beweglichkeit, das eingeschränkte Gesichtsfeld und das Gewicht der zusätzlichen Ausrüstung kann es zu gefährlichem Abrutschen von den Trittbrettern kommen.
Lösungsmöglichkeit: Der Geräteträger mit angelegtem Atemschutz sollte rückwärts aus dem Fahrzeug aussteigen.
Am Ausstieg befindliche Griffe sollten dabei als Halt genutzt werden.
Atemschutzüberwachung vergessen Problem: In der oft turbulenten Anfangsphase von Atemschutzeinsätzen kann es passieren, dass ein korrektes Abmelden bei der Atemschutzüber- wachung nicht durchgeführt wird.
Der Gruppenführer hat somit nur erschwert die Möglichkeit, den Atemschutzeinsatz zeitlich eindeutig zu überwachen.
Lösungsmöglichkeit: Jeder Atemschutzgeräteträger muss darauf achten seiner Eigenverantwortung nachzukommen und sich bei der Atemschutz- überwachung ordnungsgemäß zu registrieren.
Auch Sicherheitstrupps, die in einer bedingt durch den Notfall hektischen Situation zum Einsatz kommen, müssen sich vor Betreten des Objekts bei der Überwachung melden.
Gruppenführer haben ebenso die Aufgabe auf die Atemschutzüber- wachung zu achten und Trupps gegebenenfalls auf die Notwendigkeit hinzuweisen.
Quelle: Michael Brandl – www.atemschutz.org i