Ihr persönlicher Ausrüster! 40 | Brandbekämpfung Schutzbekleidung & Ausrüstung Schutzanzug Die ideale Schutzkleidung zu Waldbrandbekämpfung für eine Handcrew besteht aus zwei Lagen: Eine eng anliegende, den Körperschweiß weiter- leitende Schicht z.B.
in Form von langer Baumwoll-Unterbekleidung und einem schwer bzw.
nicht entflammbarem hellem Außenmaterial.
Die Unterbekleidung muss langärmelig sein, da ansonsten schwere Verbren- nungen der Extremitäten trotz nicht entflammbarem Außenmaterial aufgrund der herrschenden Hitzestrahlung eintreten können und außerdem die Außenlage so vor Durchnässung durch Schweiß einigermaßen geschützt wird.
@fire-Angehörige tragen ergänzend im Einsatz grundsätzlich lange Unterbekleidung.
Das vorsätzliche Benässen der Schutzkleidung und eventueller Mundschütze (Tücher) hat grundsätzlich wegen eines möglichen Heißdampfdurchschlages zu unterbleiben! Kopfschutz Für die Einsatzanforderungen einer Handcrew empfiehlt sich ein leichter Helm mit hohem Tragekomfort, da Einsätze Stunden und Tage dauern können.
@fire verwendet hier Helme der Fa.
Bullard, neuerdings auch den F2 Extrem von MSA/ Auer.
Als zusätzliche Ausstattung ist eine leichte Helmlampe (LED) und ein Nackenschutztuch erforderlich.
Das Nackenschutztuch sollte allerdings nicht dicht anliegen, um eine Kühlung des Kopfes zu gewährleisten.
Ein absolutes Muss ist eine dichtschließende Schutzbrille, um die Augen vor Rauch, Funkenflug und Wärmestrahlung zu schützen.
Für den Einsatz bei geringerer Belastung wird auch oft eine handelsübliche Schutz- oder Sonnenbrille verwendet.
Atemschutz US-amerikanische Studien belegen, dass die Verwendung von Atemschutz- geräten bzw.
Atemanschlüssen mit Filtern nicht notwendig sind bzw.
den Träger zu stark belasten.
Ein Staubtuch („SNOOD“) oder ein entsprechend gefaltetes Dreiecktuch (Bandana) sind ausreichend.
Aus den USA kommende Staubtücher mit flammenhemmenden Eigenschaften („Hotshield“) und integriertem/auswechselbaren Partikelfilter befinden sich bei @fire noch in der Erprobung, anfängliche Erfahrungen zeigen aber einen hohen Wirkungsgrad auf.
Hier wird an die Entwicklung eines speziellen Nacken- schutztuches für die Helme gedacht.
Schutzschuhe Da der Waldboden generell uneben ist, empfiehlt sich generell die Verwendung von Schnürstiefeln, in den Bergen ist dies ein Muss.
Da man sich länger in verbrannten Bereichen aufhält, muss darauf geachtet werden, dass die Sohle besonders hitzebeständig und ausreichend isoliert ist.
Hier wird bei @fire nach verbesserten Stiefeln in Hinsicht auf geringeres Gewicht bei gleicher Schutzwirkung gesucht, da die herkömmlichen „Gebäudebrand- bekämpfungsstiefel“ bei Einsatzdauern um die 8h sehr schwer werden.
Weitere Ausrüstungsgegenstände Um sich gegenseitig bei plötzlich auftretenden Gefahren warnen zu können, führt jede Einsatzkraft eine Signalpfeife mit sich.
Um eine Dehydrierung zu vermeiden, sollten Einsatzkräfte 1 Liter pro Stunde in mehreren kleinen Portionen trinken.
Dafür sind Einsatzkräfte alle 20 Minuten abzulösen oder aber mit Feldflaschen oder Trinksystemen auszustatten die eine durchgän- gige Hydration ermöglichen.
Ausblick Kernstücke des deutschen Waldbrandschutzes müssen weiterhin die möglichst frühzeitige Entdeckung und eine schnelle massive Bekämpfung durch einen flächendeckenden Brandschutz sein.
Die Erfahrungen und Erkenntnisse von @fire sollten als ergänzende Hinweise und Empfehlungen gesehen werden, um den Einsatz der Feuerwehren vor Ort effektiver und sicherer zu machen.
Effektiver, da gerade bei Waldbränden in der Anfangsphase immer ein Missverhältnis zwischen den vorhandenen Ressourcen und der Intensität und Ausdehnung des Brandes besteht.
Sicherer, da es sich bei Waldbränden letztlich in der Regel um Sachwertschutz handelt und die Sicherheit der Einsatzkräfte vor Ort die höchste Priorität haben muss.
So sind denn auch die Erkenntnisse und Erfahrungen von @fire durch den DFV in die Fachempfehlung 1/2006 „Sicherheit und Taktik im Waldbrandeinsatz“ eingefügt worden.
Jan Südmersen, Vorsitzender @fire Fotos: www.SvenMotz.de Interessierten Feuerwehren bietet @fire Fortbildungen zu dem Thema Waldbrandbekämpfung an.
Anfragen an Ausbildung@at-fire.de i