
60 | Technische Hilfeleistung Ihr persönlicher Ausrüster! Verkehrsunfall eingeklemmte Person – Was tun ohne Hilfeleistungssatz? Was tun ohne Hilfeleistungssatz? Die Möglichkeiten, die Feuerwehren ohne hydraulische Rettungsgeräte in den ersten Minuten nach dem Eintreffen an einer Unfallstelle haben, werden allgemein unterschätzt.
Aus diesem Grund werden vielerorts auch nur Feuerwehren zu Verkehrsunfällen alarmiert, die über entsprechendes technisches Gerät verfügen.
Nach Meinung der Autoren sollte dieses Vorgehen im Sinne der eingeklemmten Unfallopfer aber überdacht werden.
Abgesehen davon, dass jeder Feuerwehrangehörige bereits im Erste Hilfe Kurs zum Teil einfache Handgriffe lernt, die zwischen Ab- und Überleben des Patienten entscheiden, gibt es auch ein ganze Reihe von technischen Maßnahmen, die auch ohne Hilfeleistungssatz eingeleitet werden können.
Diese Maßnahmen können die Zeitspanne bis zum Einleiten von Befreiungs- maßnahmen signifikant verkürzen.
Sie helfen, das Ziel, schwerverletzte (polytraumatisierte) Patienten innerhalb der ersten (goldenen) Stunde nach dem Unfallgeschehen in ein geeignetes Krankenhaus einzuliefern, zu erreichen.
Dies bedeutet, dass grundsätzlich auch Feuerwehren hinzugezogen werden sollten, die aufgrund der räumlichen Nähe die Einsatzstelle als erstes erreichen können, um dort bereits notwendige Maßnahmen einzuleiten.
Wichtig ist allerdings, dass diese Einheiten bei der Fahrzeugaufstellung unbedingt den Platzbedarf der nachrückenden Einheiten berücksichtigen sollten.
Umfassende Erkundung Je früher eine qualifizierte Rückmeldung von der Einsatzstelle vorliegt, desto eher können weitere Einsatzmittel nachalarmiert werden.
Insbesondere ist dabei die Zahl der beteiligten Fahrzeuge, die Zahl der verletzten und der eingeklemmten Personen von Bedeutung.
Sie bestimmt ob weitere Einheiten der Feuerwehr oder weitere Kräfte des Rettungs- dienstes von Nöten sind.
Sicherung der Einsatzstelle Mit fahrzeugeigenen Mitteln können sowohl erste Sicherungsmaßnahmen gegen den fließenden Verkehr, als auch gegen die Brandgefahr getroffen werden.
Die überlegte Fahrzeugauf- stellung mit eingeschalteter Fahrzeugbeleuchtung (Abblendlicht, Blaulicht, Warnblinkanlage, Innen- beleuchtung) stellt bereits einen Basisschutz für die Einsatzkräfte dar.
Darüber hinaus können Anhaltestäbe, Warndreiecke, Blitzleuchten oder Verkehrsleitkegel zum Einsatz kommen.
Die Sicherstellung des Brandschutzes kann je nach Fahrzeugausstattung mit ABC-Pulverlöscher, C-Rohr in Bereitstellung (Wasser am Rohr) und ggf.
auch mit einem Schaumrohr erfolgen.
Außerdem ist es je nach Fahrzeugaus- stattung möglich, die Einsatzstelle nahezu blendfrei auszuleuchten.
Schaffung eines ersten Zugangs Zur Durchführung lebensrettender Sofortmaßnahmen und zur Beurteilung des Patientenzustandes ist es unbedingt notwendig, sich möglichst rasch einen Zugang in das Fahrzeuginnere zu verschaffen.
Dieser gelingt in der Regel ohne weitere Hilfsmittel durch zerstörte Scheiben, noch zu öffnende Türen oder der Heckklappe.
Ist dies nicht möglich, kann mit einfachen und günstigen Mitteln, wie beispielsweise einem Federkörner (zur Zerstörung von Einscheiben-Sicherheitsglas, i.d.R.
in Seitenscheiben) oder einer Glassäge, bzw.
einem Blechaufreißer (zur Schaffung von Öffnungen in Verbundsicher- heitsglasscheiben, immer in der Frontscheibe), eine Zugangsöffnung hergestellt werden.
Stabilisierung der Unfallfahrzeuge Unfallfahrzeuge müssen in der vorgefundenen Lage stabilisiert und so gegen Wegrollen gesichert werden, dass sich die Fahrzeuge bei Rettungs- maßnahmen nicht mehr bewegen können.
Hierzu sind nicht zwingend Unterbauholz oder spezielle Unterbausysteme erforderlich.
Auch mit Behelfsmaterialien, wie beispielsweise übereinander gelegten B-Rollschläu- chen oder Schlauchbrücken, lassen sich Fahrzeuge gegen Kippen und Wackeln sichern.
Je nach Lage des Fahrzeugs kann außerdem eine Stabilisierung mit Steckleiter und Mehrzweckleinen/Spanngurten erfolgen.
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