
70 | Technische Hilfeleistung Ihr persönlicher Ausrüster! Fortsetzung: Alternative Rettungstechniken 4.
Schritt/Abbildung: B-Säule zwischen Schweller und unterem Türscharnier einschneiden.
Ein Einschnitt ist vollkommend ausreichend.
Die Verbindung der hinteren Tür mit der B-Säule über die Türscharniere bleibt weiterhin erhalten.
5.
Schritt/Abbildung: Jetzt wird der Spreizer zwischen dem unteren Teil der Rücksitzbank und der B-Säule angesetzt.
Am zweckmäßigsten ist es, die Spreizerspitze im Knickbereich zwischen Rücksitzbank und Bodengruppe anzusetzen.
Dies ist einfacher, wenn das Steuerteil des Spreizers leicht angehoben wird.
Äußerst wichtig ist hierbei, dass der Spreizerarm an der B-Säule mit der Spitze nicht über die Schnitt- tiefe hinaus angesetzt wird.
Es ist sonst ein weiteres Aufreißen (ähnlich wie bei einem Blatt Papier) der B-Säule nicht möglich.
Bei falschem Ansetzen der Spitzen (über den Einschnitt hinaus) be- steht die Gefahr, dass man gegen das volle Material der B-Säule drückt und an die Leistungsgrenze des Spreizers gelangt oder, dass das Gegenlager der anderen Spreizerspitze an der Rückbank nachgibt.
6.
Schritt/Abbildung: Durch weiteres Öffnen des Spreizers wird die B-Säule in Höhe des Schwellers abgeschält.
7.
Schritt/Abbildung: Bei Endstellung der Spreizer-öff- nung, können die Spitzen auch zwischen B-Säule und Schweller angesetzt werden.
Der Schweller bietet hier ein gutes Gegenlager.
8.
Schritt/Abbildung: Durch Durchtrennen des Türfang- bandes können beide Türen mit der B-Säule mit wenig Kraftaufwand in Richtung Kotflügel gedrückt werden.
Das Türfangband lässt sich auch gut mit einem Bolzenschneider durch- trennen.
9.
Schritt/Abbildung: Sollte im Einsatz die Situation es zeitlich zulassen, so kann man ab- schließend die Türscharnieren an der Fahrertür abtrennen.
Fazit: Durch diese große Seitenöffnung ist genügend Platz vorhanden, um eine umfassende Versorgung des Patienten durchzuführen.
Ein weiterer Vorteil ist hierbei die Wärmeerhaltung des Patienten z.B.
bei schlechter Witterung.
Ein sogenanntes „Dach über dem Kopf“ hat mit Sicherheit eine positive Auswirkung auf den weiteren Verlauf des Zustandes vom Patienten.
Für die anschließende Befreiung kann es erforderlich sein weitere Maßnahmen im Fahrzeuginnere durchzuführen, z.B.: • Das Verstellen oder Abtrennen der Rückenlehne • Das Einschneiden eines Fußraumfensters im unteren Teil der A- Säule • Das Entfernen von Teilen des Lenkradkranzes • Der Einsatz von Rettungszylindern, um eingeklemmte Körperteile, z.B.
im Fußraum zu befreien Die beschriebene Technik erlaubt es auch, den Patienten durch die entstandene Öffnung zu Retten.
Hierzu wird die Rückenlehne nach hinten geklappt oder auch komplett entfernt.
Der Patient wird, nach erfolgter Stabilisierung (Halskrause, ggf.
KED) achsengerecht auf ein Rettungsbrett (Kranken- trage, Schaufeltrage) gezogen.
Die Entscheidung hierüber liegt in der Regel beim Rettungsdienst, sprich dem anwesenden Notarzt.
Das Bildmaterial stammt vom Verfasser und dem Ausbilderteam Firma Weber-Hydraulik Autor: Thorsten Haag Hauptbrandmeister Ausbildungsabteilung der Berufsfeuerwehr Wiesbaden i